TOP Linux-Überwachung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Status Linux-Server zu überprüfen, die meisten führen über die Kommandozeile und das Durchforsten etliche Logdateien. Zur Beobachtung des Status gibt es ein paar top-Tools, die ich hier vorstellen möchte.

Der Befehl top ist vielleicht bekannt. Er zeigt eine interaktive Ansicht der aktuell laufenden Prozesse (alternativ zu ps). Eine aufgehübschte Variante ist htop, die auf den ersten Blick schon wesentlich übersichtlicher ist. So wird die Speicherauslastung und CPU-Last mittels Balken dargestellt und lässt sich so schneller lesen, als die Zahlen aus top. Auch den verwendeten Auslagerungsspeicher unter „Swap“ erkennt man auf einen Blick. Über die F-Tasten ist die Bedienung des Menüs möglich. So lässt sich mittels F6 die Sortierung der Prozesse ändern, mit F3 nach bestimmten Prozessen suchen und mit F9 sogar bestimmte Prozesse direkt per Kill abschießen. Aus diesen Gründen ist htop auch eins der ersten Pakete, die ich auf einem frisch installiertem Server nachziehe.

Nun weiß man schon, was für Prozesse laufen und wieviel Speicher/Rechenzeit diese benötigen. Wie kommt man jetzt an die I/O-Angaben? Auch hier könnte man mittels „vmstat 1“ die Bytes I/O messen. Alternativ kann man iotop verwenden, dass entsprechende Filter und Sortierungsmöglichkeiten nach Prozessen anbietet um so übersichtlich zu sehen, welcher Prozess wieviel I/O verursacht. Die interaktiven Bedienungsmöglichkeiten sind dabei nicht so ausführlich wie bei htop.

Gehen wir nun einen Schritt weiter: Wir kennen Rechenzeit, Speicherverbrauch und I/O. Was tut sich aber z.B. bei einem Webserver. Dazu lässt sich apachetop installieren. Apachetop wertet dabei die entstehenden Logdateien des Apache Webservers in Echtzeit aus. An Apachetop ist besonders praktisch, dass angezeigt wird, wieviele Seite mit welchen Statuscode ausgeliefert werden. So lässt sich feststellen, ob hier 500er Fehler auflaufen. Natürlich lässt sich das auch mit anderer Webstatistik-Software im Nachhinein aus den Logs ermitteln, allerdings ist apachetop da ein schlanker Weg um das Live im Betrieb zu sehen. Interaktive Bedienmöglichkeiten bietet apachetop allerdings nicht.

Hat man nun alle obigen Tools schon verwendet, so fehlt nur noch der Blick in die Datenbank. Mittels mytop lassen sich die laufenden Datenbankabfragen anzeigen. Das ist auf jeden Fall übersichtlicher, als auf der mysql-Konsole ständig „show processlist“ auszuführen. Mytop unterscheidet sich von den anderen Tools dahingehend, dass es beim Aufruf auf der Kommandozeile als Parameter einen gültigen Datenbankbenutzer samt Passwort fordert, anderfalls ist natürlich kein Zugriff möglich.

Alle top-Kommandos haben eines gemeinsam: Sie zeigen eine Live-Sicht auf die Dinge. Laufen diese Tools nicht, so werden auch keine Daten ermittelt, ein nachträgliches Auswerten ist somit nicht möglich, da hilft dann auch nur noch der Blick in die Logdateien. Alternativ kann man natürlich die top-Kommandos z.B. per screen im Hintergrund laufen lassen und dann bei Gelegenheit darauf blicken.

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